Igelwissen – Albino-Igel

|||    Ich bin doch ganz normal – der Albino-Igel.

Ein Albino-Igel ist ein ganz normaler Europäischer Igel mit einer genetischen Besonderheit, dem sogenannten Albinismus. Dabei fehlt das Pigment Melanin, das für die Färbung von Haut, Stacheln und Augen verantwortlich ist. Typisch sind daher ein sehr helles bis weißliches Stachelkleid, rosa Haut und auffällig rote Augen. Wichtig ist: Albinismus ist keine Krankheit, sondern lediglich eine genetische Variante.

Haltung und Umgebung
In der Pflege benötigt ein Albino-Igel grundsätzlich die gleiche Unterbringung wie andere Igel, jedoch sollte besonders auf die Lichtverhältnisse geachtet werden. Aufgrund der fehlenden Pigmentierung reagieren Albino-Igel empfindlicher auf helles Licht. Ein ruhiger, leicht abgedunkelter Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung ist daher ideal. Rückzugsmöglichkeiten wie ein Schlafhäuschen oder weiche Tücher sind besonders wichtig, damit sich das Tier sicher fühlt.

Besondere Aufmerksamkeit für Augen und Haut
Die Augen von Albino-Igeln sind empfindlicher als bei normal gefärbten Tieren. Deshalb sollten sie täglich kontrolliert werden, insbesondere auf Rötungen, Verklebungen oder vermehrten Tränenfluss. Auch die Haut ist durch die fehlende Pigmentierung sensibler. Eine saubere, trockene und weiche Unterlage ist daher besonders wichtig, um Reizungen zu vermeiden.

Fütterung und allgemeine Pflege
Die Fütterung unterscheidet sich nicht von der anderer Igel. Geeignet sind hochwertiges Katzen-Nassfutter, gekochtes Ei oder geeignetes Igelfutter nach Absprache. Dennoch sollte genau beobachtet werden, ob der Igel gut frisst und an Gewicht zunimmt, da empfindlichere Tiere schneller auf Probleme reagieren können. Frisches Wasser muss jederzeit zur Verfügung stehen.

Gewicht und Beobachtung
Wie bei allen Pfleglingen ist die tägliche Gewichtskontrolle ein wichtiger Bestandteil der Pflege. Das Gewicht sollte regelmäßig steigen oder stabil bleiben. Zusätzlich ist das Verhalten zu beobachten: Albino-Igel können etwas schreckhafter oder zurückhaltender sein, was jedoch nicht ungewöhnlich ist. Entscheidend ist, dass sie nachts aktiv sind und ausreichend fressen.

Wann Handlungsbedarf besteht
Auffälligkeiten sollten immer ernst genommen werden. Dazu zählen insbesondere Veränderungen an den Augen, Hautprobleme, fehlender Appetit, Gewichtsverlust oder apathisches Verhalten. In solchen Fällen sollte umgehend Rücksprache mit der Igelauffangstation gehalten werden.

Auswilderung
Albino-Igel können grundsätzlich ausgewildert werden, sofern sie gesund und ausreichend kräftig sind. Allerdings haben sie in der Natur durch ihre helle Färbung Nachteile, da sie für Fressfeinde leichter sichtbar sind. Die Entscheidung zur Auswilderung sollte daher immer individuell und in Abstimmung mit der Auffangstation getroffen werden.

Fazit
Albino-Igel benötigen keine grundlegend andere Pflege, aber eine besonders aufmerksame Beobachtung. Mit einer geeigneten Umgebung, guter Hygiene und sorgfältiger Kontrolle lassen sich auch diese besonderen Tiere erfolgreich aufpäppeln und betreuen.