Igelwissen – Der Igel und die Jahreszeiten

|||    Frühling, Sommer, Herbst und Winter – was ist wann wichtig?

Der Igel ist ein ausgeprägtes „Saisontier“ – er lebt im Rhythmus der Natur. Sein Verhalten, seine Aktivität und seine Bedürfnisse verändern sich im Laufe des Jahres deutlich.

Jede Jahreszeit stellt andere Anforderungen an ihn – und bietet uns unterschiedliche Möglichkeiten zur Unterstützung. Wer die natürlichen Abläufe kennt, kann besser einschätzen, wann Eingreifen nötig ist – und wann es wichtiger ist, der Natur ihren Lauf zu lassen.

Wer Igel schützen oder unterstützen möchte, sollte diese saisonalen Besonderheiten kennen, denn der beste Schutz für Igel ist Verständnis für ihren Jahresrhythmus.
 

|||  Frühling – Erwachen und Kraft tanken
Mit steigenden Temperaturen (meist ab März oder April) beenden Igel ihren Winterschlaf. Nun beginnt eine kräftezehrende Phase:

|    Die Fettreserven sind stark reduziert
|    Nahrung ist noch nicht überall reichlich vorhanden
|    Männchen beginnen bald mit der Reviersuche.

Worauf sollte man also achten?

|    Leichte Gewichtsverluste nach dem Winterschlaf sind normal.
|    Ein aktiver Igel in den Abendstunden ist gesund.
|    Apathie, Schwäche oder sichtbare Verletzungen hingegen erfordern Aufmerksamkeit.

Naturnahe Gärten mit früh aktiven Insekten helfen jetzt besonders.

|||  Sommer – Paarungszeit und Jungtiere
Im Sommer sind Igel am aktivsten. Die Paarungszeit fällt in die Monate Mai bis August. Nach rund 35 Tagen werden die Jungtiere geboren.

Typisch für diese Zeit:

|    Lautes Schnaufen und Kreisbewegungen bei der Paarung („Igelkarusell“)
|    Muttertiere auf intensiver Nahrungssuche
|    Jungtiere, die ab Spätsommer selbstständig unterwegs sind.
|    Wichtig: Jungtiere tagsüber sind nicht automatisch hilfsbedürftig. Oft erkunden sie lediglich ihre Umgebung.

Gefahrenquellen wie Rasentrimmer, Motorsensen oder Mähroboter sind im Sommer besonders riskant.

|||  Herbst – Gewicht zulegen für den Winter
Der Herbst ist für Igel überlebenswichtig. Jetzt müssen sie ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf aufbauen. Schwerpunkte dieser Phase:

|    Intensive Nahrungssuche
|    Anlage eines Winterquartiers
|    Jungtiere holen Gewicht auf.

Besonders im Spätherbst sollte man aufmerksam sein: Sehr kleine, schwache oder apathische Igel können Unterstützung benötigen. Laubhaufen, Hecken und ruhige Gartenbereiche sind jetzt ideale Rückzugsorte. Herbstlaub sollte daher nicht vollständig entfernt werden.

|||  Winter – Schlafenszeit
Je nach Witterung beginnt der Winterschlaf zwischen Oktober und Dezember und dauert bis in den März oder April. Während dieser Zeit:

|   senkt der Igel seine Körpertemperatur stark ab
|   reduziert sich der Herzschlag erheblich
|   lebt er ausschließlich von seinen Fettreserven.

Zwischenzeitliches kurzes Aufwachen ist normal, verbraucht jedoch Energie.

Wichtig: Winterquartiere dürfen nicht gestört werden! Das Umsetzen eines schlafenden Igels kann lebensgefährlich sein.