>> Quicklink > Der Igel an sich | Tier des Jahres 2024 | Rote Liste | Fortpflanzung | Der igelgerechte Garten | Gefahren | Mythen & Irrtümer | Saisonales | Albino-Igel

||| Maden, Menschen, Mähroboter – all das macht uns das Leben schwer.
Der Igel gehört seit Jahrhunderten zu unserer heimischen Tierwelt. Doch in den vergangenen Jahrzehnten haben sich seine Lebensbedingungen deutlich verschlechtert. Sowohl strukturelle Veränderungen in unserer Landschaft als auch konkrete Alltagsgefahren setzen der Art und den einzelnen Tieren zunehmend zu.
Lebensraumverlust und Bebauung
Durch zunehmende Bebauung, Nachverdichtung und Flächenversiegelung gehen wichtige Lebensräume verloren. Hecken, Feldraine, Brachen und naturnahe Gärten weichen Schotterflächen, Zäunen und versiegelten Grundstücken.
Für Igel bedeutet das:
| weniger Versteckmöglichkeiten
| geringere Nahrungsvielfalt
| unterbrochene Wanderkorridore.
Da Igel nachts weite Strecken zurücklegen, sind sie auf durchlässige Gärten und strukturreiche Landschaften angewiesen. Dichte Zäune ohne Durchgänge werden zu unüberwindbaren Barrieren.
Nahrungsrückgang und Insektensterben
Igel ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Käfern, Larven und Regenwürmern. Der massive Rückgang vieler Insektenarten – unter anderem durch Pestizide, intensive Landwirtschaft und monotone Grünflächen – wirkt sich direkt auf ihr Nahrungsangebot aus.
Weniger Nahrung bedeutet:
| schlechtere Gewichtszunahme vor dem Winter
| geschwächte Jungtiere
| geringere Überlebenschancen im Winterschlaf.
Auch der Einsatz von Insektiziden im Privatgarten reduziert die natürliche Nahrungsgrundlage erheblich.
Klimawandel
Veränderte Witterungsbedingungen beeinflussen den natürlichen Rhythmus der Igel. Längere Trockenperioden lassen Regenwürmer in tiefere Bodenschichten wandern. Ungewöhnlich warme Winter führen zu häufigem Zwischenaufwachen während des Winterschlafs, was die Energiereserven stark belastet. Späte Kälteeinbrüche im Frühjahr können zusätzlich problematisch sein, wenn Tiere bereits aufgewacht sind, aber noch nicht ausreichend Nahrung finden.
Straßenverkehr
Eine der größten Gefahren für einzelne Igel ist der Straßenverkehr. Auf ihren nächtlichen Wanderungen überqueren sie Straßen – ihr instinktives Einrollen bei Gefahr schützt sie jedoch nicht vor Fahrzeugen.
Besonders betroffen sind:
| Jungtiere auf Reviersuche
| Igel in stadtnahen Gebieten
| Tiere während der Paarungszeit.
Straßen zerschneiden Lebensräume und erhöhen die Mortalität deutlich.
Gartengeräte – insbesondere Mähroboter
Moderne Gartengeräte stellen eine zunehmende Gefahr dar. Besonders problematisch sind Mähroboter, die häufig auch nachts betrieben werden – genau dann, wenn Igel aktiv sind.
Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich einrollen, können sie von den Klingen schwer verletzt oder getötet werden. Auch Motorsensen, Rasentrimmer oder Laubbläser bergen Risiken, wenn Hecken und Laubhaufen nicht vorher kontrolliert werden.
Andere Gefahren im Garten
Im Garten lauern weitere Gefahren. Offene Drainagerohre, Netze, hohe Kanten, insbesondere offene bzw. ungeschützte Kellerschächte erweisen sich oft als tödliche Igelfallen.
Fressfeinde
Zu den natürlichen Feinden von Igeln zählen unter anderem:
| Dachs
| Fuchs
| Uhu
| größere Hunde.
Vor allem Jungtiere sind gefährdet. Während Fressfeinde Teil des natürlichen Ökosystems sind, wirken sie sich besonders stark aus, wenn Igelpopulationen bereits durch menschliche Einflüsse geschwächt sind.
Zusammenwirken der Gefahren
Besonders problematisch ist nicht eine einzelne Bedrohung, sondern das Zusammenspiel vieler Faktoren:
| geschwächte Tiere durch Nahrungsmangel
| fragmentierte Lebensräume
| zusätzliche Unfallrisiken
| klimatische Extreme.
Diese Kombination führt dazu, dass sich Bestände regional deutlich verringern.
Fazit
Igel sind heute mehr denn je auf naturnahe Lebensräume und rücksichtsvolles menschliches Verhalten angewiesen. Strukturreiche Gärten, Verzicht auf Pestizide, nächtliche Mähroboter-Pausen und durchlässige Grundstücke können einen wichtigen Beitrag leisten.
Der Schutz der Igel beginnt im eigenen Umfeld – und jede kleine Maßnahme kann helfen, diese faszinierende Tierart langfristig zu erhalten.