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||| Ein Igel kommt zu uns. Und dann?
Als gemeinnützig organisierte Igelauffangstation verstehen wir uns als zentrale Koordinationsstelle für die Versorgung, Pflege und Überwinterung hilfsbedürftiger Igel. Unser Ziel ist es, jeden aufgenommenen Igel individuell zu betreuen und ihn bestmöglich vorbereitet in den Winterschlaf sowie später zurück in die Natur zu begleiten.
Nachfolgend ein Überblick, darüber, wie wir vorgehen.
Aufnahme und Erstversorgung
Wird uns ein Igel gemeldet oder gebracht, nehmen wir zunächst eine sorgfältige Eingangsuntersuchung vor. Wir wiegen das Tier, dokumentieren Fundort und Funddatum und überprüfen seinen Gesundheitszustand. Kranke, verletzte oder stark untergewichtige Tiere bleiben zunächst in unserer direkten Obhut, bis sie stabil sind.
Anhand von Gewicht, Alter und Gesundheitszustand entscheiden wir, ob ein Igel:
| weiter aufgepäppelt werden muss
| bereits winterschlaffähig ist
| oder zeitnah in eine geeignete Pflegestelle wechseln kann
Alle Daten werden von uns erfasst und fortlaufend dokumentiert.
Unser Netzwerk an Pflegestellen
Wir arbeiten mit einem festen Kreis ehrenamtlicher, geschulter Pflegestellen zusammen. Jede Pflegestelle wird von uns vorbereitet und begleitet. Dazu gehören:
| eine Einführung in unsere Standards und Abläufe
| Informationen zu artgerechter Unterbringung
| Fütterungsrichtlinien und Hygienevorgaben
| Dokumentationspflichten
Je nach Entwicklungsstand des Igels wählen wir gezielt eine passende Pflegestelle aus. Jungigel mit weiterem Aufbau-Bedarf vermitteln wir an besonders erfahrene Päppelstellen. Igel mit ausreichendem Gewicht, die bereit für den Winterschlaf sind, kommen in ruhige, geeignete Überwinterungsplätze.
Vorbereitung auf den Winterschlaf
Bevor wir einen Igel zur Überwinterung vermitteln, stellen wir sicher, dass:
| das erforderliche Mindestgewicht erreicht ist
| keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen
| das Tier stabil frisst und zunimmt
Die Pflegestellen erhalten von uns einen individuellen Steckbrief mit allen relevanten Informationen sowie klare Handlungsanweisungen zur weiteren Gewichtskontrolle und zum Einleiten des Winterschlafs.
Während dieser Phase stehen wir in regelmäßigem Austausch. Die Pflegestellen melden uns Gewichtsverläufe und Auffälligkeiten, sodass wir jederzeit beratend eingreifen können.
Begleitung während der Überwinterung
Auch im Winterschlaf lassen wir unsere Pflegestellen nicht allein. Wir geben klare Vorgaben zu:
| geeigneten Temperaturen
| Kontrollintervallen
| Vorgehensweisen bei Zwischenaufwachen oder Gewichtsverlust
Sollte es zu Komplikationen kommen, entscheiden wir gemeinsam über das weitere Vorgehen — von telefonischer Beratung bis zur Rücknahme in unsere Station.
Auswilderung im Frühjahr
Nach dem Erwachen begleiten wir auch die Phase des Wiederanfütterns und der Stabilisierung. Unser Ziel ist stets die Auswilderung am ursprünglichen Fundort, sofern dieser geeignet ist. Gemeinsam mit der jeweiligen Pflegestelle planen wir den optimalen Zeitpunkt und dokumentieren den Abschluss der Betreuung.
Als Verein sehen wir unsere Aufgabe nicht nur in der Pflege einzelner Tiere, sondern in der koordinierten Zusammenarbeit vieler engagierter Menschen. Durch klare Strukturen, verbindliche Standards und kontinuierliche Begleitung stellen wir sicher, dass jeder Igel bestmöglich versorgt wird und gestärkt in sein natürliches Leben zurückkehren kann.