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||| Tage des Abschieds: Mach´s gut, kleiner Freund.
Die Auswilderung ist für uns der wichtigste und zugleich schönste Abschnitt unserer Arbeit. Sie markiert das Ziel jeder Pflege: die Rückkehr des Igels in ein selbstständiges Leben in der Natur. Gemeinsam mit unseren Pflegestellen planen und begleiten wir diesen Schritt sorgfältig und verantwortungsvoll.
Grundsatz der Reviertreue
Igel sind reviertreue Wildtiere. Sie orientieren sich an vertrauten Strukturen, Gerüchen und Nahrungsquellen. Deshalb ist es unser Grundsatz, jeden Igel – sofern möglich – wieder dort auszuwildern, wo er gefunden wurde.
Unser Selbstverständnis
Für uns endet die Verantwortung nicht mit der Genesung eines Igels, sondern erst mit seiner erfolgreichen Rückkehr in sein angestammtes Revier. Die konsequente Beachtung der Reviertreue ist dabei ein zentraler Bestandteil unseres Handelns.
Durch sorgfältige Vorbereitung, enge Abstimmung mit unseren Pflegestellen und respektvollen Umgang mit dem natürlichen Verhalten der Tiere schaffen wir die bestmöglichen Voraussetzungen für ein dauerhaftes Überleben in der freien Wildbahn.
Unser Ziel ist klar: Jeder Igel soll dorthin zurückkehren, wo er zuhause ist.
Wir dokumentieren bei der Aufnahme stets den genauen Fundort. Vor der Freilassung prüfen wir gemeinsam mit der Pflegestelle:
| ob der Fundort weiterhin geeignet und sicher ist
| ob ausreichend Nahrung und Deckung vorhanden sind
| ob keine unmittelbaren Gefahrenquellen bestehen.
Nur wenn der ursprüngliche Lebensraum nicht mehr geeignet ist, suchen wir in Abstimmung eine vergleichbare Alternative.
Vorbereitung auf die Freiheit
Bevor ein Igel ausgewildert wird, stellen wir sicher, dass er:
| ein stabiles, artgerechtes Gewicht erreicht hat
| gesund und frei von behandlungsbedürftigen Parasiten ist
| normales, nachtaktives Verhalten zeigt
| selbstständig frisst und ausreichend aktiv ist.
In den Tagen vor der Freilassung reduzieren wir menschliche Kontakte auf das notwendige Maß. Die Tiere sollen möglichst wenig Prägung erfahren und ihre natürliche Scheu bewahren.
Organisation der Auswilderung
Gemeinsam mit der betreuenden Pflegestelle legen wir Zeitpunkt und Ablauf fest. Dabei berücksichtigen wir:
| geeignete Witterung (frostfrei, keine anhaltende Trockenheit)
| ausreichendes Nahrungsangebot
| die Jahreszeit.
Die Auswilderung erfolgt in der Regel in den Abendstunden, damit der Igel direkt in seine natürliche Aktivitätsphase startet.
Am Auswilderungsort sorgen wir für:
| eine geschützte Unterschlupfmöglichkeit
| strukturreiche Umgebung mit Hecken, Laub oder Gehölz
| gegebenenfalls eine kurze Übergangsfütterung.
Diese sogenannte „sanfte Auswilderung“ ermöglicht es dem Igel, sich schrittweise wieder vollständig selbst zu versorgen.
Begleitende Nachsorge
Auch nach der Freilassung bleiben wir bei Bedarf ansprechbar. In manchen Fällen empfehlen wir eine befristete Zufütterung am Auswilderungsort. Rückmeldungen der Pflegestellen oder Finder helfen uns, den Verlauf zu dokumentieren.