Unsere Arbeit – Überwinterung

|||    Ab in die Heia – Überwinterung unserer Igel.

Die Überwinterung ist eine besonders sensible Phase in der Betreuung unserer Igel. Als Auffangstation organisieren und begleiten wir diesen Abschnitt in enger Zusammenarbeit mit unseren geschulten Pflegestellen. Unser Ziel ist es, jeden Igel sicher, stabil und gut vorbereitet in den Winterschlaf zu führen.

Vorbereitung auf den Winterschlaf
Nicht jeder Igel ist sofort winterschlaffähig. Vor der Überwinterung prüfen wir sorgfältig:

|    ob das notwendige Mindestgewicht erreicht wurde
|    ob der Igel gesund und parasitenfrei ist
|    ob er über einen stabilen Ernährungszustand verfügt.

Warum ist das Gewicht so wichtig?
Damit ein Igel den Winterschlaf sicher überlebt, braucht er genügend Fettreserven. Während des Winterschlafs (etwa Oktober bis März/April) frisst der Igel nichts; er verliert in dieser Zeit 20–40 % seines Körpergewichts. Reicht die Fettreserve nicht aus, kann er verhungern oder geschwächt aufwachen.

Untergewichtige oder geschwächte Tiere verbleiben zunächst in der Päppelphase. Erst wenn Gewichtsentwicklung und Gesundheitszustand stabil sind, planen wir gemeinsam mit der passenden Pflegestelle die Überwinterung.

Wir führen vor der Überführung eine abschließende Gewichtskontrolle durch und dokumentieren den aktuellen Zustand des Tieres.

Auswahl geeigneter Pflegestellen
Unsere Pflegestellen verfügen über geeignete, ruhige und kühle Überwinterungsmöglichkeiten, beispielsweise – idealerweise ungestörte und geschützte Bereiche im Garten. Nicht ideal, aber denkbar sind aber auch unbeheizte Nebenräume oder Garagen. Bei der Auswahl achten wir darauf, dass:

|    konstante Temperaturen im geeigneten Bereich gewährleistet sind
|    keine Störungen durch Haustiere oder Lärm entstehen
|    regelmäßige, aber zurückhaltende Kontrollen möglich sind.

Wir kümmern uns um die Ausstattung mit Überwinterungsgehegen und Schlafhäusern für die Igel. Jede Pflegestelle erhält von uns einen individuellen Steckbrief mit allen relevanten Daten des Igels sowie klare Anweisungen zum weiteren Vorgehen.

Einleitung des Winterschlafs
Der Übergang in den Winterschlaf erfolgt schrittweise. Wir reduzieren die Futtermenge nicht aktiv, sondern beobachten, wann der Igel von selbst die Nahrungsaufnahme einstellt. Parallel dazu wird die Umgebungstemperatur angepasst. Wir achten darauf, dass:

|    ausreichend geeignetes Nistmaterial zur Verfügung steht
|    der Igel ein durch ein stabiles Gehege geschütztes Schlafhaus erhält
|    vor dem endgültigen Einrollen ein stabiles Gewicht dokumentiert ist.

Sobald der Igel sich dauerhaft zurückzieht und keine Nahrung mehr aufnimmt, beginnt die eigentliche Winterruhe.

Begleitung während des Winterschlafs
Auch während der Winterruhe bleiben wir in engem Kontakt mit unseren Pflegestellen. Wir geben klare Vorgaben zu:

|    Kontrollintervallen
|    Gewichtskontrollen in angemessenen Abständen
|    Vorgehensweisen bei ungewöhnlichem Gewichtsverlust
|    Verhalten bei Zwischenaufwachen.

Kontrollen erfolgen möglichst störungsarm. Nur bei Auffälligkeiten greifen wir aktiv ein. Sollte ein Igel deutlich an Gewicht verlieren oder krank wirken, entscheiden wir gemeinsam über notwendige Maßnahmen.

Erwachen und Nachbetreuung
Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr wachen die Igel auf. In dieser Phase begleiten wir die Pflegestellen engmaschig. Die Tiere werden langsam wieder angefüttert und ihr Gewicht wird erneut regelmäßig kontrolliert.

Erst wenn der Igel stabil frisst, sein Ausgangsgewicht wieder erreicht oder überschritten hat und die Witterung geeignet ist, planen wir die Auswilderung – möglichst am ursprünglichen Fundort.

Unser Anspruch
Die Überwinterung erfordert Geduld, Fachwissen und eine strukturierte Organisation. Durch die enge Abstimmung zwischen unserer Auffangstation und den Pflegestellen stellen wir sicher, dass jeder Igel sicher durch den Winter kommt und im Frühjahr gestärkt in sein natürliches Leben zurückkehren kann.